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Tänze wider das Vergessen
Das Legend Lin Dance Theatre wurde 1995 von der taiwanesischen Tänzerin
und Choreographien Lee-Chen Lin gegründet. Bereits Anfang der neunziger
Jahre hatte Lin damit begonnen, sich intensiv mit den Traditionen und
Ritualen ihres Heimatlandes Taiwan zu beschäftigen. Die Gründung
einer eigenen Kompanie erschien ihr schließlich das geeignete
Medium, um die traditionellen Bewegungsmuster des Ritus für die
Nachwelt zu erhalten und vor dem Vergessenstod zu erretten. Mit dem
Legend Lin Dance Theatre ging die Choreographin nun daran, das Ergebnis
ihrer Spurensuche in eine eigene Formensprache umzusetzen. Die Choreographien
des Legend Lin Dance Theaters erscheinen wie gelebte Spiritualität.
Sie sind ruhig, kraftvoll und von großer meditativer Tiefe. Im
Chinesischen nennt sich ihre Kompanie wougow, was im Buddhismus
soviel bedeutet wie spirituelle und künstlerische Vollendung. Eine
Vollendung, die man als buddhistischer Künstler zwar zeitlebens
anstreben soll, von der man aber letztlich weiß, dass man sie
nie erreichen kann.
Lee-Chen Lin
Die Poesie des Rituals
Lee-Chen Lin wurde 1950 im taiwanesischen Keelung geboren. 1978 entstand
ihr erstes Tanzsolo. Schon in ihrer ersten Arbeit spielte Lin mit kleinen
Geschichten aus dem alltäglichen Leben, in denen sie traditionelle
und avantgardistische Bewegungsmuster kunstvoll miteinander verwob.
Die Tanzgeschichten wurden zu ihrem Markenzeichen, ebenso wie ihr ganz
eigener synthetischer Tanzstil. Im Laufe der Jahre kristallisierten
sich die Riten und Traditionen ihres Heimatlandes immer deutlicher als
Leitmotiv, Antriebsfeder und Inspirationsquelle ihrer künstlerischen
Arbeit heraus. In den neunziger Jahren bereiste sie schließlich
mit Freunden gezielt das ganze Land, um die noch praktizierten religiösen
Volksriten zu studieren. Diese jahrelange Auseinandersetzung verarbeitet
und transformiert Lin nun in ihren Choreographien. Ihre Arbeiten zelebrieren
den Ritus in einer Poesie der Stille. Und trotz ihrer scheinbaren Einfachheit
wirken Lins Tänze immer höchst komplex und rätselhaft.

Hymne an verwelkenden Blumen
Der Zauber der ewigen Wiederkehr
2000 in Taiwan uraufgeführt, ist die "Hymne an die verwelkenden
Blumen" nach wie vor Lee-Chen Lins bedeutendstes Werk. Taoistische
Volksriten, Elemente der Pekingoper und moderner Tanz verdichten sich
in diesem Stück zu einer entrückten und hoch poetischen Bildersprache,
zu einem märchenhaft verlangsamten, traumwandlerischen Tanztheater.
In vier Abschnitte unterteilt, erzählt das Stück vom Leben
in den vier Jahreszeiten. Vom Erwachen und der Wiedergeburt im Frühling,
der belebenden wie erschöpfenden Hitze des Sommers, der melancholischen
Schönheit des Herbstes und der starren Kälte des Winters.
Pressestimmen:
Die Kompanie berührt nicht nur den Geist der Zuschauer, sondern
all ihre Sinne. (Paris Match)
Das Stück hat eine eigenartige Magie (Neue Zürcher Zeitung)
Eine einzigartige moderne Taiwanesische Kunstform (Chinese Chronicle)
Thu, 17th June
(Ladies Day!)
to Sa, 19th of June 2004
8.30 pm, Dogana
Legend Lin Dance Theatre (Taiwan)
This company, founded in 1995, stands out due to its choreographies
that unite quietness and power, and with all their simplicity still
seem complex and misterious. In Hymn to Fading Flowers taoistic
folk rites, elements of the Peking Opera and modern dance are heightened
into a highly poetic figurative language. An evening that will not only
touch your spirit, but all of your senses.
Gi, 17 a
Sa, 19 giugno 2004
Ore 20.30, Dogana
Legend Lin Dance Theatre (Taiwan)
La compagnia fondata nel 1995 è caratterizzata dalle sue coreografie
che uniscono calma e forza e malgrado la loro semplicità sembrano
allo stesso tempo complessi e misteriosi. In Inno per Fiori Che
Stanno Appassendo rituali folcloristici taoisti, elementi dell`opera
di Pechino e danza moderna vengono intensificati in un linguaggio figurato
altamente poetico. Una serata che non toccherà soltanto il vostro
spirito, ma tutti i vostri sensi.
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