Boris Eifman Ballett Foto:Stefan Pleger

Foto:Stefan Pleger

Die Rote Giselle
oder Die Tragödie der Primaballerina Olga Spiesiwcewa

Choreographie und Libretto: Boris Eifman
Musik: Peter Iljitsch Tschaikowskij, Alfred Schnittke, Georges Bizet u.a.
Bühnenbild und Kostüme: Viacheslav Okuniev

1 Pause
Aufführungsdauer ca.2 Stunden
BORIS EIFMAN BALLETT (Russland)
Do. 01. bis Sa, 03.Juli, 20.30 Dogana

english | italiano

Boris Eifman Ballett
Die hohe Kunst der Expression

Mit seiner 1977 gegründeten eigenen Kompanie hat Boris Eifman ein neues Kapitel in der Geschichte der russischen Tanzkunst aufgeschlagen. Auch ein Viertel Jahrhundert nach seiner Gründung gehört die Kompanie noch immer zu den spannendsten Erscheinungen der russischen Tanzkunst. Tänzerisch gesehen war die traditionalistische UdSSR damals eine einzige Quarantänestation. Es fehlte den Tänzern an jeglichen Sujets und Vorbildern für den zeitgenössischen Tanz. Trotzdem suchte Eifmann von Anfang an nach einer eigenen künstlerischen Ausdrucksform. Einer Linie, welche die Kompanie bis auf den heutigen Tag treu geblieben ist. In seinen Choreographien bevorzugt Eifman dramatische Geschichten, die er mit großer psychologischer Behutsamkeit zu erzählen versteht. Trotzdem die Kompanie für ihre prachtvollen Ausstattungsästhetik weltweit geschätzt und bekannt ist, geht es Eifman doch vorrangig darum, die seelischen Konflikte seiner Protagonisten sichtbar zu machen. Er liebt es, sein Publikum zu berühren und zu bewegen.

Boris Eifman
Avantgardist und Revolutionär der russischen Schule


Boris Eifman ist einer der schillerndsten zeitgenössischen Choreographen. Es ist zweifelsohne sein Verdienst, den in Russland bis auf den heutigen Tag praktizierten akademischen Tanz von innen heraus, und gewissermaßen mit seinen eigenen Mitteln aufgebrochen zu haben. Als Eifmann sein Ensemble 1977 gründete, herrschte in Russland lediglich eine Schule vor: der klassische akademische (Spitzen)-Tanz. Die Tanzkunst führte ein völlig autarkes Dasein, blieb unberührt von allen modernen und avantgardistischen Einflüssen. Boris Eifman wagte es als erster, mit den Normen des radikalen Klassizismus zu brechen: sowohl durch die Themen und Geschichten, die er sich für seine Choreographien erwählte, als auch durch die tänzerische Umsetzung. Für russische Verhältnisse war er ein Revolutionär, für den Westen ist er bis heute der einzige moderne russische Choreograph von Weltrang. Gleichwohl er von Anfang an nach der Moderne suchte, konnte sich Eifman erst nach dem Zusammenbruch der UdSSR aktiv mit dem zeitgenössischen modernen Tanz auseinandersetzen. Seine Kompanie ist regelmäßig auf Tournee. Das internationale Publikum liebt seinen erzählenden Tanz, die prunkvolle Ausstattung, die absolute technische Perfektion seiner Tänzer.

Boris Eifman Ballett Foto:Stefan Pleger

Die Rote Giselle
Über den Fluch einer Lebensrolle


‚In Tribute to Olga Spiesiwcewa‘ hat Boris Eifman seine ‚Rote Giselle‘ genannt. Olga Spiesiwcewa war eine der bedeutendsten und begabtesten Primaballerinen des letzten Jahrhunderts. Sie galt als die perfekteste Giselle ihrer Zeit. Doch eben diese Rolle wurde auch zu ihrem Verhängnis: Olga Spiesiwcewa verstrickte sich derart in ihre Paraderolle, dass sie irgendwann nicht mehr zurück ins eigene Leben, zu ihrer eigenen Persönlichkeit fand. Sie verbrachte die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens in einer Nervenheilanstalt in New York, wo sie einsam und verlassen starb. Die tragische Lebensgeschichte der Olga Spiesiwcewa hat Boris Eifman zutiefst erschüttert, sodass er der großen russischen Künstlerin mit seiner ‚Die Rote Giselle‘ zumindest posthum ein tänzerisches Denkmal setzen wollte

Pressestimmen:

„...provokativ und faszinierend...“ (New York Times)
“…nicht nur perfekt sondern auch sexy…” (New York Post)
“Ein perfektes Ensemble, eine wunderbare Choreographie und eine tragische Geschichte…was will man mehr?” (Newsday)


Thu, 1st
to Sat, 3rd of July 2004
8:30 pm, Dogana


Boris Eifman Ballett (Russia)

The Russian ensemble is visiting Innsbruck for the 2nd time and this year they show Eifman’s version of the “Red Giselle”. In the centre of the plot is the tragic story of one of the most successful dancers of the 20th century, Olga Spiesiwcewa, who could not find her way back into real life after interpreting the role of “Red Giselle”. It is a provocative and fascinating piece of art, and it is interpreted in an erotic and perfect way.


Gi, 1 a
Sa, 3 giugno 2004
Ore 20.30, Dogana


Boris Eifman Ballett (Russia)

Ospiti a Innsbruck già per la seconda volta, il gruppo Russo questa volta mostra la versione di Eifman di “La Giselle Rossa”. Nel centro dell’azione c’è la storia tragica di una delle migliori danzanti del 20. secolo, Olga Spiesiwcewa, che non riusciva più a tornare nella vita reale dopo aver interpretato il suo ruolo d’eccellenza di “La Giselle Rossa”. Un pezzo provocativo e fascinante, interpretato in modo erotico e perfetto.

nächste Kompanie

 

[HOME][PERFORMANCES][STARS OF TOMORROW][CREATE YOUR DANCEACT][LEHRERINFOS]

© TANZSOMMER Innsbruck 2004